Herkunft Märchen

Märchen haben in der Geschichte verschiedenster Kulturen eine lange Tradition. Dabei kann grundsätzlich zwischen Volks- und Kunstmärchen unterschieden werden.
Volksmärchen sind die traditionellste Form des Märchens. Ihre Grundlage sind mündlich überlieferte Erzählungen. Anders als bei Sagen oder Legenden haben Märchen keine klar umrissene Aussage, wo und wann das Geschehen passiert. Typisch sind Aussagen wie “Es war einmal vor langer Zeit” und “in einem Königreich weit entfernt”. Inhaltlich kommen sehr oft Phantasiewesen wie Zwerge, Riesen, Trolle oder Feen vor. Aber auch Hexen und Zauberer sind in Märchen oft anzutreffen. Aber nicht nur das, der Held des Märchens, um den sich die Erzählung in aller Regel dreht, trifft oft auch auf sprechende Tiere oder Pflanzen. Die Grundgeschichte dreht sich sehr oft um phantastische oder kuriose Dinge, die in einem vermeintlich alltäglichen Umfeld vorzufinden sein könnten.
Der Ursprung von Volksmärchen lässt sich nicht genau datieren, da oft ein fließender Übergang zu Mythen vorzufinden ist. Forscher sehen in archäologischen Funden wie Höhlenmalereien und Steinfiguren bereits die ersten Vorläufer von Märchen, da sich ihre Darstellungen wohl immer mit einer mündlich überlieferten Geschichte verbinden ließen. Die ersten europäischen Märchensammlungen stammen aus dem Jahr 1550.

Im Gegensatz zu Volksmärchen stammen die sogenannten Kunstmärchen aus der Feder eines Dichters oder Schriftstellers. Sie sind sprachlich niveauvoller und detailierter verfasst und arbeiten mit deutlich mehr Stilmitteln als Volksmärchen. Daneben werden in Kunstmärchen auch häufig Metaphern verwendet, die neben der gehobeneren Sprache auch durchaus als Zeichen zu werten sind, dass Kunstmärchen nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene gedacht waren und sind.
Kunstmärchen sind seit der Antike bekannt. Gerade in der Romantik entstanden viele solcher Märchen; allerdings wurden bis ins 20. Jahrhundert hinein solche Kunstmärchen verfasst. Viele Autoren verwendeten den Mantel des Märchens, also frei erfundener Personen und Handlungen, dazu, um soziale Missstände anzuprangern und veröffentlichen zu können, ohne Sanktionen fürchten zu müssen.

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